Norwegen im Land der Fjorde & Trolle

Seit 15 Jahren fahren wir nach Norwegen auf die Insel - Hitra

Hitra eine Insel, die inmitten der Strömung des Trondheimfjordes liegt,wird schon lange als Geheimtipp gehandelt. Von unglaublicher Schönheit bietet uns Hitra ein Fischrevier, das seinesgleichen sucht. 

Unsere Norwegentour findet jedes Jahr anfangt Mai statt. Vor Hitra werden vorwiegend folgende Fischarten gefangen, Dorsch,Köhler, Pollack, Lumb, Leng, vereinzelt Heilbutt und Seeteufel.

Mein größter Fisch in all den Jahren war ein Dorsch von fast zehn Kilo. Platsch!! Mit einem dumpfen Klatschen verschwand der Pilker im Klaren Wasser.

Die Multirolle spulte mit einem leisen Surren Meter um Meter der Geflochtenen Schnur ab, wobei der Daumen der linken Hand sanft den Lauf der Spule kontrolliert. Instinktiv wird die Zahl der Anschläge der Schnurführung mitgezählt.

Vergessen ist die bleierne Müdigkeit, die an den Augenlidern zerrt und den Wunsch weckt, die Augen nur mal kurz zu schließen. Vergessen ist das Gefühl der Leere , das nach einer durchgemachten Nacht entsteht und einen dann doch am Einschlafen hindert. Vergessen sind die durch die lange Autofahrt entstandenen Rücken und Gliederschmerzen.

Wir sind wieder am Wasser,spüren den frischen Wind im Gesicht, der nach Salz und Tang riecht und sind auf einmal wieder putzmunter. Der Lauf der Multirolle hat sich verlangsamt.

Über die Schnur spürt man das Auftreffen des Pilkers auf den Meeresgrund. Schnell zwei Kurbeldrehungen nach oben um kein Hänger zu riskieren. Die ersten Pilkbewegungen erfolgt noch zaghaft, als ob ein Test notwendig wäre.

Dabei hat sich die Technik schon tausendfach bewährt. Bei der nächsten Aufwärtsbewegung der Rute überträgt sich ein federn des Stoppen und dann ist es plötzlich wieder da. Das Gefühl, dass kaum zu beschreiben ist.

Potenzierte Spannung und Herzklopfen, innerliches Zittern und Aufkommen von Hektischer Betriebsamkeit, während unten der ungleiche Kampf tobt. Die Rute ist gekrümmt und man hört ein beängstigendes Ächzen und Knacken. 

Der zeigt seinen Unwillen durch kräftige Stöße, die sich bis in das Handteil übertragen.Gleichzeitig wird unter pumpenden Bewegungen die Schnur eingekurbelt. Die Bremse ist nicht zu fest eingestellt, was der gehakte Fisch auch nutzt und gleich ein paar Meter Schnur abzieht.

Das freigesetzte Adrenalin verhindert die Wahrnehmung körperlicher Schmerzen als sich das Griffende in den Unterleib drückt. Langsam werden die Fluchtbewegungen ruhiger, als ob der Fisch sich mit seinem Schicksal abfindet. Die Neugier lässt einen Blick über Die Bordwand zu. Als dann endlich in der Tiefe der helle Bauch des Fisches auftaucht, wird es noch mal spannend.

Was ist es – Dorsch, Köhler? Wie schwer? Gaff oder Handlandung? Ein beherzter Griff in das 80er Vorfach lässt den Fisch in die Fischkiste gleiten. Da liegt er nun – ein wunderschöner Dorsch, der erste

in der neuen Saison.

So oder ähnlich wird wohl auch dieses Jahr das Gefühl beschrieben werden können, dass immer wieder fasziniert und uns die erhebliche Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus norwegicus erklärt.

 

Willkommen in der neuen Angelsaison und Petri Heil !!